LOTSE WERDEN

EHRENSACHE

Sie wünschen sich, dass Geflüchtete eine Wohnung finden und in Hamburg heimisch werden können?

Für gelingende Integration spielt die eigene Wohnung eine entscheidende Rolle. Aber wie finden Vermieter und Neumieter zueinander? Mit Hilfe der Wohnbrücke Hamburg und Ihrem Engagement als Wohnungslotse, der das Mietverhältnis als zusätzlicher Ansprechpartner für beide Parteien begleitet!

Was sind Ihre Aufgaben als Wohnungslotse?

Als Wohnungslotse begleiten Sie die Wohnungsbesichtigungen eines von Ihnen bereits betreuten oder von der Wohnbrücke vermittelten Menschen mit Unterstützungsbedarf. Kommt es zu einem Mietvertragsschluss, stehen Sie dem Neumieter zur Seite und sind zukünftig zusätzlicher Ansprechpartner für den Vermieter. Bei Wohnungsübergabe und Umzug haben Sie die wichtige Aufgabe, dem Neumieter die erforderlichen Formalien und praktisch wichtige Abläufe zu erklären und diese zu begleiten. Auch bei einer Vorstellungsrunde bei den neuen Nachbarn begleiten Sie ihn, um die Grundlage für eine gute Hausgemeinschaft zu legen und etwaige Vorbehalte frühzeitig abzubauen. Im Anschluss besuchen Sie den Neumieter in regelmäßigen Abständen in seiner Wohnung, und helfen dabei, etwaige Probleme oder Missverständnisse zu klären. Die Termine stimmen Sie selbständig mit dem Neumieter und ggf. dem Vermieter ab. Mit zunehmender Selbständigkeit und besseren Sprachkenntnissen des Neumieters können die Zeitabstände zwischen den Besuchen vergrößert werden. In Absprache mit der Wohnbrücke kann die Begleitung des Mietverhältnisses beendet werden, wenn die Unterstützung nicht mehr notwendig ist, spätestens nach drei Jahren.

Welche Mieter vermittelt die Wohnbrücke?

Der Wohnungsbedarf von geflüchteten Menschen wird der Wohnbrücke in der Regel über Ehrenamtliche der Willkommensinitiativen, Kirchengemeinden oder Patenorganisationen gemeldet.
Die Wohnbrücke vermittelt Wohnungen an Geflüchtete mit Duldung oder Bleibeperspektive, die über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen (Level A1 oder vergleichbar), derzeit in Hamburger Wohnunterkünften wohnen und langfristig in Hamburg bleiben möchten.
Ab einem geeigneten späteren Zeitpunkt plant die Wohnbrücke auch die Vermittlung an andere Menschen mit Unterstützungsbedarf, die ehrenamtlich betreut werden. Die Neumieter erhalten Gelegenheit, ebenfalls an Schulungen zum Thema “Wohnen” auf einfachem Sprachniveau teilzunehmen.
Die von Wohnungslotsen begleiteten Geflüchteten müssen belegen können, dass sie eine eigene Wohnung beziehen dürfen. Dieser Beleg kann - je nach individueller Sachlage des Mietinteressenten - ein sozialrechtlicher "Wohnberechtigungsschein", z.B. in Form einer Dringlichkeitsbestätigung, oder auch eine schriftliche Einschätzung seitens der Ausländerbehörde, dem Gemeinschaftsunterkunfts-Anbieter (z.B. fördern & wohnen) oder auch eines Rechtsbeistands sein. Sie kann sich auch aus dem Aufenthaltsstatus selbst ergeben, z.B. bei einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25 AufenthG.

Welche Wohnungen werden vermittelt?

Die Wohnbrücke Hamburg vermittelt ausschließlich abgeschlossene Wohnungen mit unbefristeten Mietverträgen im Hamburger Stadtgebiet.

Wer kann Wohnungslotse werden?

Grundsätzlich kann jeder Erwachsene Wohnungslotse werden, der bereits Erfahrungen als ehrenamtlicher Helfer in einer Willkommensinitiative, Kirchengemeinde oder Patenorganisation gesammelt hat. Im Fall der Begleitung eines Haushaltes mit minderjährigen Kindern ist ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis erwünscht, das Sie mithilfe Ihrer Willkommensinitiative, Kirchengemeinde oder Patenorganisation einholen können. Hilfreich sind eigene Erfahrungen als Mieter oder Vermieter.

Wie unterstützt Sie die Wohnbrücke bei Ihrer Aufgabe?

Auf Ihre Aufgaben werden Sie durch eine etwa zweistündige Abendschulung vorbereitet. Sie erhalten zudem einen “Kompass für Wohnungslotsen”, in dem Ihre wesentlichen Aufgaben, rechtliche und praktische Tipps zusammengefasst und Ansprechpartner bei konkreten Fragen benannt sind.

Neben der vorbereitenden Schulung organisiert die Wohnbrücke regelmäßige Treffen mit anderen Wohnungslotsen, damit Sie sich untereinander austauschen und vernetzen können. Selbstverständlich können Sie sich bei auftretenden Problemen oder Konflikten mit der Wohnbrücke in Verbindung setzen, die eine Lösung – ggf. mit Hilfe eines Dolmetschers und/oder Fachleuten aus dem Wohnbrücke Netzwerk – finden wird.

Wie kann ich eine Wohnung für einen von mir begleiteten Menschen finden?

Der Wohnungsbedarf von geflüchteten Menschen wird der Wohnbrücke über die Ehrenamtlichen der mit ihr kooperierenden Willkommensinitiativen, Kirchengemeinden oder Patenorganisationen benannt. Die Wohnbrücke ist kein Wohnungsportal, das von Wohnungssuchenden selbst direkt um Vermittlung gebeten werden kann.
Wenn Sie Ehrenamtliche/r einer Hamburger Willkommensinitiative, Kirchengemeinde oder Patenorganisation sind, können Sie sich unter Nennung der Initiative anmelden und uns den Wohnungsbedarf melden.

Welche Wohnangebote vermittelt die Wohnbrücke nicht und warum?

WG-Zimmer oder Wohnungen, die nur durch den Wohnbereich des Vermieters zugänglich sind, werden von der Wohnbrücke nicht vermittelt, befristete Mietverhältnisse nur in Ausnahmefällen. Diese Wohnmöglichkeiten können Sie gern z.B. über www.fluechtlinge-willkommen.de suchen.
Ziel unserer Idee ist es, dass die Neumieter in ihrer neuen Umgebung und in unserer Gesellschaft ankommen. Dafür ist die Sicherheit, auf längere Sicht in der neuen Wohnung bleiben zu können, essentiell. Auch ist die Chance, ein eigenes soziales Netzwerk dauerhaft aufzubauen, ungleich höher, wenn ein erneuter Wohnungswechsel nicht schon vorprogrammiert ist. Zudem gibt es nach dem Verlassen einer Unterkunft bei einem befristeten Vertrag keinen Rechtsanspruch auf die Rückkehr in eine Unterkunft gleichen Standards. Bei einem angespannten Wohnungsmarkt ist eine zeitlich begrenzte Wohnmöglichkeit daher keine dauerhafte Lösung und verstärkt den Druck sowohl für Vermieter als auch Mieter bei befristeter Vermietung oder dauerhaft nicht zumutbarem Zusammenleben.

WICHTIGER HINWEIS zu 1-Personen-Haushalten:

Trotz gezielter Werbung für kleine Wohnungen kann die Wohnbrücke Hamburg derzeit, aufgrund der engen Situation auf dem Hamburger Wohnungsmarkt, gemessen am sehr hohen Bedarf, nicht genügend kleine Wohnungen für Ein-Personen-Haushalte akquirieren und vermitteln. Wir haben bereits über 150 Anmeldungen für Klein-Haushalte, seit Start unseres Projekts konnten wir 22 Wohnungen für diese Haushaltsgröße vermitteln. Aus diesem Grund können wir derzeit keine weiteren Anmeldeformulare für Ein-Personen-Haushalte ausgeben und annehmen und auch keine weiteren Erstgespräche mit Ein-Personen-Haushalten führen. Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken. Sobald unsere Anmeldeliste auf ca. 70 Interessenten zurückgegangen ist, werden wir wieder Termine für Erstgespräche mit Interessenten für kleinere Wohnungen vergeben können.
Sie helfen uns, unsere Kapazitäten auf die Akquise von Wohnungen und Wohnungsvermittlung zu konzentrieren, wenn Sie von Nachfragen absehen und sich über diese Website selbständig informieren, wann es wieder so weit ist. Vielen Dank!

Tipps für die Wohnungssuche für 1-Personen-Haushalte:

1. Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft-Gelegenheiten können z.B. über das Portal www.Flüchtlinge-Willkommen.de oder andere WG-Portale gesucht werden. Durch die Wohnbrücke Hamburg erfolgt keine WG-Vermittlung.

2. Freier Wohnungsmarkt
Wohnungssuche auf dem "normalen" Wohnungsmarkt, insbesondere die Wohnungsbaugenossenschaften (http://wohnungsbaugenossenschaften-hh.de), abklappern – hilfreich kann ein Hinweis auf die Begleitung durch einen Wohnunglotsen und das Konzept der Wohnbrücke sein, da einige Genossenschaften schon positive Erfahrungen zurückgemeldet haben.

3. Flexibilität
Flexibel bei Wohnungsgröße, Stadtteil und Stockwerk sein und ggf., wenn keine Residenzpflicht besteht, in das Umland ausweichen.

Haben wir Sie überzeugt?

Wenn Sie als Wohnungslotse ehrenamtlich aktiv werden wollen, setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wichtig ist uns, in welchem Stadtteil/Bezirk Sie tätig werden wollen und ob Sie bereits einen wohnungssuchenden Menschen oder eine Familie ehrenamtlich begleiten.

Mehr Informationen für angehende Lotsen

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